Sonntag, 12. Oktober 2014

Bitcoin - der neue magische Kanal des Banking, oder: Bitcoin - more than just money

Von Ralf Keuper

In einem sehens- und hörenswerten Vortrag Bitcoin - more than just money auf der TED Konferenz der Universität Edinburgh, den Friedmann Brenneis dankenswerter Weise auf seinem Blog coinspondent vorgestellt hat, erläutert Dug Campbell die eigentlichen revolutionären Auswirkungen, die mit der Verbreitung digitaler Währungen, wie Bitcoin, verbunden sind. 

Dabei reicht das Thema für ihn weit über Ansichten hinaus, die digitale Währungen lediglich als eine weitere Geldform auffassen, die nur für das Internet Geltung hat. 

Dem hält er mit den Worten des Bitcoin-Evangelisten Andreas Antonopoulos entgegen:
bitcoin is not money for the internet  - bitcoin is the internet of money
Und fügt dann selbst die Worte hinzu:
because bitcoin provides mankind with the ability to reach agreement on a massive scale  ..  money is just the first way that we can do this. 
Demzufolge repräsentieren digitale Währungen und die darunter liegende Technologie einen neuen Medien- bzw. Kommunikationskanal.  Das Medium ist die Botschaft, wie Marshal McLuhan sagen würde.

McLuhan beschrieb am Beispiel Japans die tiefgreifenden Auswirkungen, die mit der Einführung des Mediums Geld für eine Gesellschaft verbunden sind:
Die Verwendung des Mediums Geld in Japan im siebzehnten Jahrhundert hatte Auswirkungen, die jenen des Buchdrucks im Westen nicht unähnlich waren. Das Eindringen der Geldwirtschaft, schrieb G.B. Samson, .. , "verursachte eine langsame, aber unaufhaltsame Revolution, die in einem Zusammenbruch des feudalen Regierungssystems und der Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit dem Ausland nach mehr als zweihundert Jahren der Isolierung gipfelte". Geld hat das Sinnesleben von Völkern umgestaltet, eben weil es eine Ausweitung unseres persönlichen Sinneslebens ist. Diese Veränderung hängt nicht von der Zustimmung oder Ablehnung der in einer Gesellschaft lebenden Menschen ab (in: Die magischen Kanäle - Understanding Media)
Alles in allem bestätigt die aktuelle Entwicklung, für mich jedenfalls, dass dem Banking mit dem medialen Wandel ein Machtbeben (Power Shift) bevorsteht, dessen Konsequenzen noch weit über die derzeit viel diskutierte digitale Transformation hinausgehen. 

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