Dienstag, 24. September 2013

Banking in der "Supersymbolwirtschaft"

Von Ralf Keuper

In seinem Buch Machtbeben sah Alvin Toffler das Zeitalter der Supersymbolwirtschaft heraufziehen. Maßgebend in dieser neuen Wirtschaftsform sei nicht mehr das Wissen als Besitz oder Machtfaktor, sondern das Wissen vom Wissen.  Infolgedessen wird sich das Wertschöpfungssystem grundlegend wandeln:
Dieses neue Wertschöpfungssystem ist voll und ganz auf die sofortige Verarbeitung von Daten, Ideen, Symbolen und Symbolismen angewiesen. Eine Supersymbolwirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes. (ebd.)
Betroffen davon ist auch das Geldsystem. Toffler zitierte den damaligen Vorstandsvorsitzenden von Visa International, Dee Hock, für den die Banken durch den Ersatz des Papiergeldes durch elektronisches Geld ihre Stellung als Haupttreiber des Zahlungssystems verlieren würden. Künftig, so Toffler, sei das in der Technik eingelagerte Wissen entscheidend. 
Anbieter von Bezahldiensten wie PayPal oder Betreiter von P2P-Lending- und Crowdfunding-Plattformen verfügen bereits über ein hohes Maß an technisch eingelagertem Wissen. 

Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird das Banking, sofern man der Argumentation Tofflers folgt, zwangsläufig symbolischer. Das wiederum würde zu einer veränderten Wahrnehmung des Banking in Wirtschaft und Gesellschaft führen. Einerseits wird das Banking unstofflicher und abstrakter, andererseits aber auch, im Idealfall, symbolischer, sinnlicher und verständlicher semantischer.

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