Mittwoch, 15. Mai 2013

Kernbankensysteme: One size fits all?

Von Ralf Keuper

Gestern berichtete inside-it.ch von einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young über die  IT-Kosten bei Schweizer Privatbanken. 
Überraschend daran ist u.a., dass der IT-Kostenanteil an den gesamten operativen Kosten von Privatbanken, die Eigenlösungen einsetzen, geringer ist als bei denjenigen, die Standard-Kernbankensysteme verwenden. 
Dennoch ist es nach Ansicht von E&Y zur kurz gegriffen, daraus automatisch einen Kostenvorteil der Eigenlösungen gegenüber Standardapplikationen abzuleiten. So erfordern Eigenentwicklungen  i.d.R. eine größere IT-Abteilung bei den Banken. Außerdem steigen parallel zu den Kosten für die Unterhaltung der Legacy-Systeme die Risiken bei deren Ablösung. 
Insgesamt kommt E&Y daher zu dem Schluss, dass der Einsatz von Standard-Kernbankensystemen für Privatbanken die bessere Alternative ist.

Zu einem etwas anderen Ergebnis als E&Y gelangte vor einigen Jahren das Beratungsunternehmen A.T. Kearney in der Publikation Kernbankensysteme für Banken kein Allheilmittel. Erfolgreiches Management der IT-Komplexität in Banken.
Darin treten die Autoren ein wenig auf die Euphoriebremse. 

Mit ihren Eigenlösungen bisher ganz gut gefahren ist Deutschlands älteste Privatbank in Familienbesitz, das Bankhaus Metzler, wie aus einer Reportage in brandeins, allerdings aus dem Jahr 2004, hervorgeht. 

Insofern ist und bleibt die Bilanz durchwachsen. Der one-size-fits-all - Ansatz in der Bank-IT lässt auch weiterhin auf sich warten. Viel wäre dagegen schon erreicht, wenn internationale Standards wie BIAN breitere Akzeptanz in der Bank-IT finden würden. 



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